Szenen sammeln

#1

Ich habe mich schon länger gefragt, wie andere Editoren denn ihre Szenen finden. TL;DR gibts unten.

Selbst bin ich ja noch nicht lang dabei und in meinem ersten größer angelegten Projekt ‘Auto’ habe ich das so gemacht, dass ich den Song in ner Excel-Tabelle auseinander genommen habe und dann neben jede Stelle geschrieben habe, was ich mir da so vorstelle. Dann hab ich Redline geschaut und die Zeiten von interessanten Szenen aufgeschrieben. Im Anschluss hab ich damit dann versucht meine Vorstellungen zu füllen.
Das hat nicht so gut geklappt. Am Ende hat mir viel gefehlt und ich musste den Film mehrmals durchschauen bis ich genug zusammen hatte und selbst dann musste ich im Nachhinein noch stöbern gehen, mich auf meine Erinnerung verlassen, um noch auf eine Szene zu kommen oder durch pures Glück hat Premiere grad nen Frame in der Source dringehabt, der noch für ein fehlendes Stück gepasst hat.
Für einen Film wie Redline geht das noch, aber wenn es an einen oder gar mehrere Anime geht, mit einer viel längeren Laufzeit, dann kann man nicht mal eben nochmal alles durchgehen.
Deshalb hab ich mir für mein nächstes Projekt eine andere Herangehensweise überlegt:
Während ich den Anime schaue, nehm ich von jedem Szenenwechsel einen Screenshot auf. Das ist viel weniger aufwendig als es klingt, bei MPHC reicht F5 zu drücken.
Da kommt so ein Ordner bei raus:


Sind etwa 460 Bilder zu etwa 30 MB Gesamtgröße pro Folge. Hält sich also in Grenzen.
Im Grunde ist das schon der Kern des Ganzen. Sobald ich das habe, kann ich eine Folge innerhalb von Sekunden durchscrollen und nach einer passenden Szene schauen.
Ein großer Nachteil ist, dass Bewegungen nicht gut gezeigt werden. Das hab ich versucht auszugleichen, indem ich nen Doppelscreenshot bei einer interessanten Bewegung gemacht hab, so dass wenn zweimal der gleiche Screenshot auftaucht, ich weiß, dass dort Bewegung im Spiel war.
Jetzt kann man das ganze aber noch bunter treiben! Als nächstes hab ich mir ein Skript in einer Excel-Tabelle geschrieben, dass mir die Dateien umbenennt und eine bat-Datei für jeden Screenshot anlegt:


Jetzt haben die Dateien sehr handliche Namen und durch klicken der bat-Datei springt man direkt in die Szene des Screenshots.

Will man die bat-Dateien grad nicht sehen, ändert man einfach die Ordnersortierung.
Die handlichen Namen erlauben mir jetzt außerdem, die Screenshots in Premiere einfach auf die Timeline zu schieben und mein AMV probeweise aus Standbildern zusammenzusetzen. Im Anschluss steht im Namen wo ich die Szene finde.

Ein Problem, dass ich nicht bedacht hatte ist, dass die Raws anders geschnitten sein können, als was ich für die Screenshots geschaut habe. Da musste ich dann im Kopf immer 30 Sekunden abziehen. Aber das könnte man als Teil der Umbennenung beheben.
Hier ist z.B. so ein Preview von dem, was ich für Project Romans machen will:
https://mega.nz/#!p3gwBQKb!mdHQ8zzeT33UXv_5Ud-Abvb5afNoILTTVi4P9-YYbPo
Ohne diese Herangehensweise wäre mein Akuma no Riddle AMV nicht möglich gewesen, da ich schnell gemerkt hab, dass ich keine Vorstellung davon habe, was eigentlich genau wo passieren soll und ich bin etliche Male über alle Folgen drübergegangen, um neue Szenen zum Füllen zu finden. Hat mich ja jedes Mal nur 5 Minuten gekostet. Das ist zwar nicht ganz glücklich gewesen, aber so hab ich das AMV immerhin erzwungen bekommen. Eher ein Problem des Konzepts, als der Methode :smiley:

Wen’s interessiert, ich geb die Excel-Tabelle gerne raus, aber ich denke vorher müsste ich die Methode der Umbennenung verbessern, die ist grade sehr unübersichtlich hardcoded.

Zum eigentlichen Thread-Thema: Wie handhabt ihr diese Problematik? Wie findet ihr eure Szenen?

TL;DR: Szenen finden ist schwer. Alle Folgen in Screenshots zu zerlegen schafft Übersicht. Wie macht ihr das?

4 Like
#2

Phew, das klingt nach ner ganzen Menge Arbeit, aber wahrscheinlich ist es auch nicht mehr als bei anderen Methoden. Solange man damit klar kommt und nicht genervt ist durch die Suche hat man aber alles richtig gemacht.

Wenn ich ein Video mit viel lyricsync machen will überlege ich mir vorher welche Szenen aus welchem Anime an die richten Stellen vom Lied passen. Damit hab ich zumindest das Grundgerüst fertig. Bei allem was dann noch offen bleibt schaue skippe ich einfach durch die Folgen und render gleich ales raus was ich brauchbar finde.

1 Like
#3

Interessante Methode :3 ich benutz meistens eh nur einen Anime und encode den einfach ganz, vor allem bei Redline ist das ja nicht so nen großes Problem platztechnisch. In Premiere kann ich dann eh sehr schnell durchscrubben durch die footage. Wenn ich mit mehr Animes arbeite mach ich mir ne Tabelle mit Timecodes von den Folgen die interessant sein könnten. Generell encode ich aber lieber einfach ein paar mehr Szenen und hab dann noch mehr Freiheit beim schneiden :3

#4

Ich hab keine Übersicht, ich hab alles was der Kern des Videos sein soll im Kopf und suche dann den Rest aus den Raws, denn ich bin einer von den armen Irren die ALLE Folgen rendert und dann loslegt. Zumindest für Gewöhnlich :uw3:

Das was ich halt nicht instand im Kopf habe suche ich eben randoom aus der Source und entdecke so oft noch neue Wege wie ich etwas baue oder wann ich etwas baue um zb die Story zu verzerren oder noch besser rüber zu bringen.

Es ist jedes Mal ein riesen Wirrwarr und führt in 90% aller Fälle dazu das das Projekt auch wieder schnell abgebrochen wird. Aber wenn ich dann mal was fertig stelle bin ich in den meisten Fällen dann auch sehr zufrieden damit :fadoo:

#5

Also dafür fehlt mir schlicht die Gedächtnisleistung. Ich kann mich meist nur schwammig an Konkretes aus einem Anime erinnern. War zum Beispiel böse überrascht, dass in Akuma no Riddle sehr wenig Szenen vorkommen wo sie tatsächlich mit ihrer Pistole feuert. Dabei hat sie die immer dabei.

#6

Erstmal vielen Dank, dass du das hier aufgeschlüsselt hast. Dein Workflow ist recht einzigartig. Habe das so bisher noch nicht von andren Editoren gehört. Ähnlich wie @Noss habe ich mein AMV schon vor dem Editieren im Kopf. Üblicher Weise gibt es 3-4 Shots, die ich unbedingt nutzen will. Das ist Level 1 und die editiere ich dann oft auch direkt zu Beginn. Dann gibt es Passagen, von denen ich weiß, dass hier Footage aus dieser oder jener Action Szene, oder dieser Plot Strang kommt. Das ist Level 2, etwas unbestimmter aber immer noch konkret. Level 3 sind Szenen, die ich beim Clips schneiden suche. “Hier könnte iwas cooles/schön animiertes mit XY kommen.” Diese passagen bereiten mir oft auch die größten Probleme. Hinzu kommt viel Lücken füllen, basierend auf dem Korsett das ich bis dahin gebaut habe.

Wenn ein Konzept in meinem Kopf weit genug ausgereift scheint das ich es editieren möchte gehen ich alle Episoden aus dem Anime chronologisch durch und schneide clips. Damit reduziere ich das Footage insgesamt schonmal um 60-70%. Bei Editieren passiert es dann oft, das gewissen Shots nicht passen wie anfangs gedacht. Hier gehe ich dann alle passenden Clips durch bis ich was finde. Üblicher Weise werde ich aber nicht immer fündig, sodass ich ganz zum Schluss für einige 3-10 Sekunden Passagen nochmal alle Episoden öffne und Clips suche/schneide. Ich vergleiche diesen Schritt selbst mit Reshoots von Filmen. Hier versuche ich im Prinzip nurnoch, das video Rund zu machen und mögliche Logik Lücken zu schließen. Ganz am Schluss kommen die Masken :uw3:

1 Like
#7

Meine Methode ändert sich von Projekt zu Projekt. Jeh nach Konzept macht es Sinn einzelne Szenen über AvspMod oder Virtualdub zu cutten, oder Episoden auf das Essenzielle zu verkleinern.
Vor allem wenn ich eine Thematik oder Geschichte in multi-Anime form hab. (Wie bei Ewigi Liebi)

Ansonsten importiere ichs einfach in Premiere und scrobble durch.

Ich hab mal einen Zeitraffer gemacht wie ich ein IC editiert hab (DL). Das meiste von mir ist auf die Art gemacht.